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Mit dieser Einstellung geht es ganz schnell in die Abstiegszone
Leichtfertig drohen unsere Jungs das aufs Spiel zu setzen, was sie sich in der vergangenen Saison hart erarbeitet haben. Wie groß war ihre Freude, als sie den Aufstieg in die Landesliga geschafft hatten, wie stolz waren sie, sich endlich mit besseren Mannschaften in einer höheren Klasse messen zu können. Nun beginnen sie allmählich, alles – und damit auch sich selbst – in Frage zu stellen. Die happige 26:32-Niederlage in Recklinghausen sollte auch den Letzten wachgerüttelt haben.
Thomas Körber jedenfalls war restlos bedient. Natürlich meinten es die Schiedsrichter nicht gut mit den Brechtenern, aber viel deutlicher fiel die mangelhafte Einstellung der Mannschaft ins Gewicht, die sich nie richtig wehrte oder gar aufbäumte. "Das war ein gebrauchter Tag, es passte nichts", wetterte Körber schon unmittelbar nach dem Abpfiff in der Kabine.
Den Grund für die nach dem Unentschieden in Wellinghofen gegen den HC Süd abermals desolate Auswärts-Darbietung machte er in einer miserablen Trainingsbeteiligung aus: "Das kannst du ein paar Mal kompensieren, dann trifft es dich irgendwann knallhart. Jetzt haben wir die Quittung ausgestellt bekommen." Außerdem ließ sich in Recklinghausen die mangelhafte Vorbereitung einiger Spieler auf das Aufsteiger-Duell nicht übersehen.
"Es gibt im Verein viele Leute, die machen und tun, um die Jungs zu unterstützen und ihnen unter die Arme zu greifen. Ich habe immer die Hand drüber gehalten, aber damit ist jetzt Schluss. Zwei, drei Sachen kann ich nicht mehr akzeptieren", schimpft Körber. Ob medizinische Betreuung, die Kooperation mit dem Fitness-Studio "KABRA", der Förderkreis, der ihnen manche Annehmlichkeiten bietet – all das wird mit Füßen getreten, wenn nicht schnell ein Ruck durch die Mannschaft geht.
Verlieren ist in der Landesliga sicherlich erlaubt. Und eine unglückliche Niederlage wie gegen Oberaden verzeiht jeder, weil das Team bravourös gekämpft hat – jedoch nicht, wenn sich der eine oder andere gehen lässt, eine Larifari-Einstellung an den Tag legt und so den Erfolg der Mannschaft gefährdet. Wie zuletzt in Recklinghausen. Denn spielerisch und mit seiner individuellen Klasse, das haben die ersten Saisonwochen deutlich gezeigt, kann der TV Brechten durchaus mithalten.
Vielleicht sollten sich die Jungs den Lüner SV zum Vorbild nehmen, der qualitativ und quantitativ keineswegs besser besetzt ist als unsere Mannschaft. Der Nachbar, dem wir im ersten Spiel denkbar knapp unterlegen waren, feierte gerade einen 24:23-Sieg bei unserem heutigen Gegner Westfalia Herne. Dies, obwohl lediglich acht Feldspieler zur Verfügung standen. Der LSV belegt mit 14:2 Punkten Platz zwei und erwartet am Wochenende den TuS Hattingen zum Spitzenspiel.
Der TVB rangiert mit 8:8 Zählern noch im Mittelfeld. Die Abstiegszone rückt bedrohlich näher, wenn auch das Heimspiel gegen Herne verloren geht. Danach steht das Gastspiel beim TuS Hattingen an, zum Jahresabschluss kommt am 17. Dezember (17 Uhr Anwurf) Schalke 04/96 nach Eving. Es lässt sich schnell ausrechnen, wohin die Reise gehen kann...
Wiedergutmachung ist also angesagt, zumal die mit hohen Ambitionen gestarteten Herner bisher auch weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Allerdings erreichten sie bereits einige bemerkenswerte Ergebnisse. In Recklinghausen siegten sie 37:28, in Haltern 38:35. Da müssen die Brechtener schon hoch konzentriert und hellwach sein, um den Abwärtstrend zu stoppen. Sonst rückt Körbers Saisonziel (20 Punkte plus x) in weite Ferne. Entscheidend ist die Einstellung – und daran werden wir sie nach dem Abpfiff messen. |